Mittendrin beim CSD: Ein Zeichen für Liebe, Würde und Vielfalt

„WWJD?“ – „What would Jesus do?“ Eine Frage, die man auf Armbändchen sehen kann. Oder die man sich ganz praktisch stellen kann: wenn Menschen in der eigenen Stadt auf die Straße gehen, weil sie sichtbar sein wollen. Weil sie lieben, wen sie lieben. Weil sie sind, wer sie sind. Weil es um mehr geht als um Sichtbarkeit: um Würde, Schutz, gleiche Rechte und das einfache Recht, ohne Angst man selbst zu sein. Und weil das gerade jetzt alles andere als selbstverständlich ist.

Beim CSD Lippe am 11. Juli in Detmold waren wir als Christ unterwegs: mit Menschen aus dem CVJM, der Lippischen Landeskirche, Freund und vielen anderen. Mit großen, teils zuvor selbst gebastelten Bannern wie „Der Himmel tanzt queer“ und „G*tt ist queer“ sind wir durch die Straßen gezogen. Zwischen Seifenblasen und Regenbogenfahnen, Sonnenhüten, Glitzer, ernsten Botschaften und vielen Begegnungen wurde deutlich: Der CSD ist bunt, fröhlich und eine Party – aber eben nicht nur das. Er erinnert auch daran, dass Sichtbarkeit Mut kosten kann und dass es gerade in diesen Zeiten Menschen braucht, die nicht am Rand stehen bleiben.

Menschen, die sagen: Du bist gesehen. Du bist gemeint. Du gehörst dazu.

Nicht irgendwann, wenn du alles erklären kannst. Nicht erst, wenn du in eine Schublade passt. Nicht nur, wenn andere dich verstehen. Sondern jetzt. Als Mensch. Mit deiner Geschichte, deiner Liebe, deinen Fragen, deiner Art zu sein.

Nach dem Umzug ging es weiter zu einem interreligiösen Chill-out. In der Kirche entstand mit warmem Licht, Essen, Musik und Gesprächen ein Begegnungsort, an dem Menschen einfach miteinander sein konnten. Ein Raum zum Ankommen. Nicht kompliziert, sondern niedrigschwellig, offen, herzlich und echt.

Und meine Antwort auf die Frage: WWJD?

mitlaufen.
zuhören.
Menschen lieben, bevor sie in irgendeine Schublade passen.

Und genau das ist ein ziemlich guter Anfang.

In diesem Sinne: Faith spaces must be safe spaces.

 

Franka Pieper (20, CVJM Leopoldshöhe)